Österreich, Liechtenstein, Schweiz und Italien

 

Bericht über eine atemberaubende Reise (vom 23. bis 31. August 2017)

Am 23. August starteten von der WEH aus um 6.30 Uhr 35 erwartungsfreudige Menschen mit der Fa. Wiards und dem uns schon bekannten Fahrer Jürgen Penning und unserem bekannten Reiseleiter Uwe Hadeler in Richtung Kitzingen, wo im Esbach Hof Hotel unsere erste Übernachtung gebucht war. Die Anreise war für uns alle ziemlich beschwerlich, da wir durch mehrere Unfälle – und dadurch bedingte lange Staus – aufgehalten wurden. Mit etlichen Zwischenpausen und einem Mittagessen in Aua/Neuenstein erreichten wir Kitzingen erst gegen 18.00 Uhr.

Nach einer erholsamen Nachtruhe und einem guten Frühstück setzten wir um 9.00 Uhr unsere Reise fort zu unserem nächsten Ziel – Feldkirch in Österreich. Auf der Fahrt dorthin hatten wir aber unser erstes Highlight, denn wir besuchten die Insel Lindau im Bodensee. Hier hat Uwe uns in gekonnter und wohlpräparierter Manier durch diesen Teil der Insel geführt. Im Gasthaus Sünfzen – von Uwe vorab gebucht – nahmen wir ein Mittagessen ein. Danach ging es – dieses Mal problemlos – weiter nach Feldkirch, wo wir ein recht angenehmes Hotel, dem Hotel „Weißes Kreuz“, vorfanden. Nach einem leckeren Abendessen fanden sich – bei ausgezeichnetem Wetter (25 Grad am Abend) – etliche Mitreisende im Garten unter der riesigen Platane ein und „beschnupperten“ sich schon einmal vorsichtig.

Heute ist der 25. August – und heute steht der erste Ausflug mit dem Voralpenexpress von Rapperswil nach Luzern auf dem Programm. Vom Hotel wurde uns für die gesamte Reisezeit eine Reiseleiterin zugeordnet, die sich uns als „dicke Berta“ vorstellte. Sie entpuppte sich jedoch als eine liebenswerte und charmante Frau – rank und schlank – die durch ihre angenehme Sprache, ihre fantastischen Ortskenntnisse und vor allem durch ihre Vielseitigkeit uns alle über die Maßen begeistert und gefesselt hat. Mit dem Voralpenexpress fuhren wir von Rapperswil nach Luzern. Hier hatten wir eine kurze Führung und konnten danach diesen Teil der Stadt selbst erkunden. Nachhaltig beeindruckend die uralte Kapellbrücke, die Jesuitenkirche und die wunderbaren historischen Häuser. Auf der Rückfahrt durchquerten wir dann die Riviera des Vierwaldstättersees und passierten so geschichtsträchtige Orte wie Küssnacht, Weggis, Schwyz und Einsiedeln – hier versuchten sich einige Mitreisende Passagen aus dem Wilhelm Tell zu zitieren: “Durch diese hohle Gasse muss er kommen, es führt kein anderer Weg nach Küssnacht hin!“ In Einsiedeln haben wir das mächtige Benediktinerkloster mit der bekannten Gnadenkapelle und der darin befindlichen „Schwarzen Madonna“ besichtigt.

Heute ist der 26. August – wieder strahlender Sonnenschein und Temperaturen bis 28 Grad C – schon grenzwertig! Wir fahren nach Bregenz. Die „gut Fußläufigen“ wandern mit Berta am Ufer des Bodensees entlang zur Seebühne, wo in dieser Saison die Oper Carmen aufgeführt wurde und wo zur Zeit Rückbauarbeiten an der Dekoration durchgeführt werden – und als ob das heutige Programm durch Uwe und die Fa. Wiards inszeniert wurde, am Abend konnten wir im Hotel auf 3Sat eben diese Oper Carmen als Aufzeichnung erleben. Die übrigen Mitreisenden hatten inzwischen mit der Pfänderbahn den Gipfel des Pfänders (1064 m) erreicht. Von hier aus hatten wir einen fantastischen Blick über den Bodensee, konnten die Insel Lindau wunderbar erkennen, vor Bregenz fließt der „Neue Rhein“ in den Bodensee und gebraucht zum Durchfluss bis Konstanz 3 Wochen. Dieses tolle Bild wurde noch abgerundet durch Zeppeline, die von Friedrichshafen aus gestartet waren und in geringer Höhe über den Bodensee fuhren. Danach ging es weiter durch den Bregenzer Wald nach Bezau, wo wir mit einem nostalgischen „Waldbähnle“ eine kurze Fahrt nach Schwarzenberg unternahmen. In Schwarzenberg gibt es eine wunderbare farblich reich ausgeschmückte Kirche, die durch die heimischen Künstler Joseph Johann Kaufmann und seiner erst 16 jährigen Tochter Angelika ausgeführt wurden Diese Tochter hat international eine große Anerkennung gefunden. Dieser ereignisreiche Tag fand dann seinen Abschluss bei Kaffee und Kuchen in Faschina.

Heute ist Sonntag, der 28. August. Bei wiederum herrlichem Sonnenschein starten wir sehr früh vom Hotel aus in das absolute Highlight dieser Reise – der Fahrt mit dem Berninaexpress. Von Feldkirch aus durchquerten wir auf kurzem Wege Liechtenstein – hier erzählt uns „Berta“ eine kurze Geschichte aus dieser Steueroase:
Ein Deutscher kommt flüsternd in eine der vielen Banken und sagt zu dem Bänker: „Ich möchte bei ihnen Geld deponieren.“ Sagt der Bänker: “Wieviel soll es denn sein?“ „4 Millionen.“ „Da brauchen sie doch nicht so flüstern, Armut ist doch keine Schande!“

Danach geht es in die Schweiz zur Stadt Tiefenkastel, wo wir den imponierenden Berninaexpress mit seinen riesigen Panoramafenstern besteigen. Bei einer wunderbaren Fahrt über viele Viadukte, beim durchqueren zahlreicher Tunnel und immer wieder dieser fantastische Blich auf dies atemberaubende Landschaft. Den höchsten Punkt dieser Fahrt erreichten wir in Alp Grüm mit einer Höhe von 2091 m und dem Blick auf den Gletscher des Bernina. Danach ging es dann talwärts nach Tirano in Italien. Hier konnten wir durch die kleine Stadt in Bahnhofsnähe flanieren. Natürlich musste hier auch das leckere italienische Eis verzehrt werden. Ja, und unser Jürgen – der musste unsere Fahrt mit dem Bus begleiten und uns zur Rückfahrt in Tirano einsammeln. Auf dieser Rückfahrt haben sich noch häufig unsere Wege mit dem Berninaexpress gekreuzt. Über Brusio, den Bernina- und Fuelenpass, vorbei an Davos und Klosters ging es zurück nach Feldkirch. Welch eine anstrengende Herausforderung für unseren Fahrer Jürgen!

Heute ist Montag, der 28. August – unser 4. Ausflugtag. Entlang des schweizerischen Bodenseeufers geht es nach Konstanz. Konstanz ist die größte Stadt am Bodensee mit ca. 82.000 Einwohnern. Wir haben hier die Innenstadt kennen gelernt und konnten selbst fußläufig die Altstadt erkunden. Berta hatte uns u.a. darauf hingewiesen, das Denkmal der „Imperia“ im Hafen aufzusuchen. Dieses Denkmal wurde im Jahre 1993 aufgestellt, es ist aus Beton und 9 Meter hoch und dreht sich in 4 Minuten um die eigene Achse. Die Imperia ist eine freizügig gekleidete Frau, die auf beiden Händen – links einen König und rechts einen Papst trägt. Es ist wohl ein Hinweis auf das frivole Leben dieser Gesellschaft in früheren Zeiten. Nach dem Besuch dieser Stadt ging es dann weiter zur Blumeninsel Mainau. Hier hatten wir die Gelegenheit, die Insel auf eigene Faust zu erkunden. Der fantastische vielseitige Rosengarten, das Schmetterlingshaus, der Palmengarten, die gut erhaltene Kirche, die vielen teilweise uralten Bäume und die Gepflegtheit aller Anlagen. Und immer wieder der beeindruckende Blick auf den Bodensee. Von Konstanz aus setzten wir dann mit der Fähre nach Meersburg über.

Ja – und dann unsere Abende im Hotel. Nach dem Essen gab es jedes Mal ein anderes Programm mit „Musi, Gaudi aber ohne Radi“. Uwe hat dabei u.a. das Jodeldiplom erworben. Der größte Teil unserer Crew versammelte sich am Abend im Garten unter der Platane bei einem Dämmerschoppen – ich habe einmal 28 Gäste gezählt.

Heute ist schon der 29. August – unser letzter Ausflugstag mit der uns inzwischen liebgewordenen Berta. Heute geht unsere Fahrt von Feldkirch über St. Gallen, St. Margareten zur Stadt Burschach. Zuvor besuchten wir noch die „Stadt Werdenberg“. Sie ist eine kleinste Stadt mit Stadtrecht und nur 60 Einwohnern im Kanton St. Gallen. Ein kleines Schloss thront über der Stadt durch ein kleines Gässchen erlebt man etliche gut gepflegte historische Häuser, wobei das Schlangenhaus hier besonders erwähnt werden soll. In St. Gallen unternehmen wir mit Berta einen Stadtrundgang, besuchten die Klosterkirche und besichtigten die imponierende Bücherei. Unsere Freizeit verbrachten wir dann bei Flammkuchen und einem Erfrischungsgetränk in einem Straßenrestaurant – war auch nötig bei gut 28º C. Weiter ging unsere Reise durch das Appenzeller Land zu einer Schaukäserei in Stein mit Filmvorführung und anschließender Verkostung von 7 verschiedenen Käsesorten. Dabei haben sich etliche unserer Mitreisenden mit diesem leckeren Käse eingedeckt. Natürlich stand auch noch die Stadt Appenzell auf dem Programm. Bei unserem kurzen Stadtbummel kamen wir auch auf den Gemeindeplatz, wo zweimal im Jahr die Bürger über Vorhaben öffentlich mit Handzeichen abstimmen können. Auf der Rückfahrt zum Hotel mussten wir uns von unserer „Berta“ verabschieden, die uns in diesen 5 Tagen sehr vertraut geworden ist und die uns durch ihr Wissen und ihre umfangreiche Kenntnis und ihrem äußerst sympathischen Wesen bereichert hat.

Heute ist nun schon der erste Teil der Rückreise. Aber Uwe hat noch einen Pfeil im Köcher, denn wir fahren zuerst nach Rothenburg ob der Tauber, wo wir im Gasthof „Rappen“ unser Mittagessen einnehmen. In unmittelbarer Nähe des Galgentors erreichen wir diese geschichtsträchtige Stadt. Natürlich gibt es hier auch Kaffee und Kuchen und natürlich mussten auch die Frauen die monströse Weihnachtsaustellung besuchen. Der letzte Aufenthalt und die Übernachtung im Esbach Hof Hotel lief problemlos ab und wir konnten – dieses Mal völlig störungsfrei – nach Oldenburg fahren, das wir gegen 18.00 Uhr erreichten.

Bilanz einer wunderbaren Reise:
Ja, wir haben in der Tat eine wunderbare Reise erlebt. Wir hatten 35 disziplinierte, höfliche und fröhliche Mitreisende. Wir hatten mit „Berta“ eine ausgewiesene, charmante und intelligente Reisebegleiterin, die uns bei den 5 Ausflügen viele schöne Gegenden der Länder Österreich, Liechtenstein, der Schweiz und Teile des Bodensees sehr nahe gebracht hat. Wir hatten weiterhin mit Jürgen Penning einen Busfahrer, der uns mit viel Geschick, mit großer Besonnenheit und mit einem exzellenten fahrerischen Können – auch bei sehr kritischen Situationen – an unsere Zielorte gebracht hat. Und dann hatten wir noch „Uns Uwe“. Welch‘ ein Glücksfall für die Seniorengemeinschaft. Jeder, der schon einmal solche Aufgaben übernommen hat, weiß, wie hoch der Zeitaufwand in der Vorbereitung dieser Reisen ist, das alles planmäßig verläuft. – Und es ist alles planmäßig verlaufen. Seien es die Hotels, die Restaurants, die Zwischenmahlzeiten, die Auswahl der Reiseziele und das Programm vor Ort und nicht zu vergessen – die ständige Betreuung der mitfahrenden Gruppe.

Darum sei hier noch einmal gesagt: Danke Jürgen, danke Uwe!!! Ihr seid große Klasse!

Heinz Versemann, im September 2017